VÖB diskutiert Planungen zu Basel III

Manfred Zöllmer MdB/SPD, Prof. Torsten R. Böger, Otmar Knoll von fairvesta und der Fachjournalist Tom Rohrböck (v.l.n.r.)Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Finanz- und Haushaltspolitik e.V. und der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands veranstalteten eine Beratung zum Thema "Basel III - Konsequenzen für Staat und Wirtschaft?".

Zu der Podiumsdiskussion am 28. Juni 2012 in Berlin diskutierten Prof. Dr. Moritz Schularick (FU Berlin), Prof. Torsten R.Böger (Geschäftsführer der VIFG mbH), Dr. Hans Reckers (Hauptgeschäftsführer VÖB), die beiden Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus MdB/CDU, Manfred Zöllmer MdB/SPD, sowie Otmar Knoll (fairvesta Unternehmensgruppe Tübingen). Moderiert wurde die gelungene Veranstaltung vom Fachjournalisten Tom Rohrböck.

Bei der kontroversen Diskussion waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass die Vorschriften von Basel III erst der Anfang der Finanzmarktregulierung sind: "Basel III ist erst der Anfang der Regulierung, nicht das Ende", so Schularick, "wir sprechen sicher bald über Basel vier oder fünf." Dr. Hans Reckers stellte fest, dass insbesondere die öffentlichen Banken bereits über gute Risikoabsicherungssysteme verfügen: "Wenn man sich anschaut, welche Banken gestrauchelt sind, so waren das in Deutschland ja eher die Landesbanken."

Prof. Torsten Böger berichtet über zwei Zeitalter bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Vor der Lehmann-Pleite stellte die Finanzierung keine Probleme dar und es wurden wesentlich höhere Renditen erzielt. "Mittlerweile haben viele private Investoren Probleme bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten, weil sie keine Kredite mehr erhalten."
Ralph Brinkhaus, Berichterstatter der CDU zum Thema Basel III, lobte die bisher ergriffenen Maßnahmen. Kritik, die Politik habe zu spät auf die Krise reagiert, wies er kategorisch zurück: "Regulierungen können immer nur im Nachhinein erfolgen - wie soll man sonst vorher alle Konsequenzen bedenken?"
Zudem stellte er fest, dass vor der Krise das Ausmaß nicht absehbar war, der Finanzmarkt sei eben nicht trivial. Manfred Zöllmer, das Pendant der SPD zu Ralph Brinkhaus, war wie alle in der Runde für eine Regulierung der Banken.
Basel III sei hierfür der erste richtige Schritt.

Otmar Knoll von der fairvesta, einer der größten Immobilieninvestoren in Deutschland, sieht Risiken bei der Kreditvergabe. Die fairvesta selbst finanziere ihre Immobilienkäufe zwar durch Eigenkapital, aber für andere Immobilienkäufer seien große Investments derzeit schwierig zu tätigen. Er warnte zudem davor, die Steuerzahler für die Fehler der Finanzmarktakteure bluten zu lassen: "Wenn ich im Casino zocken gehe, dann muss ich meine Verluste auch selber zahlen!"

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass Basel III ein erster richtiger Schritt ist, Anpassungen aber jeder Zeit notwendig werden könnten.
Das Bankensystem ist zu wichtig, als dass dieses alleine gelassen werden kann.