Cui bono? Intrigen innerhalb der AfD

Dettleff W. Schilde, Prof. Dr. Bernd Lucke und Prof. Dr. Joachim StarbattyBamberg - Die AfD (Alternative für Deutschland) ist innerhalb kürzester Zeit, mit Gründungsparteitag am 14.04.2013 als echte Chance für politisch frustrierte, wertkonservative Wähler und Nichtwähler gestartet. Wir alle waren voller Elan. Es war - trotz aller auch hart ausgetragenen Debatten - eine tolle Sache so nah mit volkswirtschaftlichen Köpfen wie Prof. Dr. Bernd Lucke und Prof. Dr. Joachim Starbatty zusammenarbeiten zu dürfen. Die AfD wurde rasch zu einer politischen Heimat für mich, wenngleich ich noch bis im Jahresanfang 2013 fest geglaubt habe, dass nur die Freien Wähler erfolgreich das Potenzial der Euro-kritischen Stimmung für sich gewinnen könne.

Meine bis dato parteiliche Heimat war die von mir 2008 gegründete liberal-konservative DVD, Demokratische Volkspartei Deutschland. Wir erlebten und durchliefen alle partei-bürokratischen Phasen, und kamen letztendlich im Oktober 2012 zu der Erkenntnis, dass der Weg zur Stärke nur durch einen Zusammenschluss erfolgen kann. Bis dahin war es die DVD die diesen Weg ging, nun aber wurde eine uns ansprechende Philosophie gesucht. Gefunden wurde sie in der sich gegründeten Wahlalternative 2013 zur Alternative für Deutschland. Es wurde der Beschluss gefasst uns aufzulösen und uns in die AfD ohne Ansprüche einzubringen, Teilverbände schlossen sich den Freien Wählern an. Mit Wirkung zum 01.Juli 2013 wurde die DVD aus dem Register des Bundeswahlleiters als eigenständige Partei ausgetragen.

Leider habe nicht nur ich, sondern auch viele befreundete Mitstreiter insbesondere innerhalb des AfD-Landesverbands Bayern, erleben müssen, wie wohl aus einer CSU-nahen Frauen-Connection organisierte Verleumdungskampagnen gegen einzelne gute Köpfe gestartet wurden. Da wurden Aktenzeichen zu angeblichen Strafdelikten verbreitet, wirtschaftliche Rahmendaten einzelner Mitkämpfer interpretiert, viel dreckige Wäsche gewaschen, der Ruf der Partei nachhaltig geschädigt. Es wird bis heute kolportiert, dass gewisse PR-ManagerInnen gerade von Seiten der CSU bezahlt würden, um den Aufbau der AfD vor allem in Bayern erfolgreich zu untergraben. Ist dem so, dann war das angezettelte Chaos gegen die AfD/Bayern ein lukratives Geschäft für die inoffiziellen BeraterInnen der Bundes-AfD. Und die Leitung der Partei nimmt dieses schädigende Verhalten widerspruchslos hin.

Meiner Einschätzung nach war vor allem der hintertriebene Beschluss nicht, und im zweiten Verfahren nun doch nicht mit der AfD bei den Landtagswahlen in Bayern anzutreten ein eindeutiges Indiz für die Effektivität der CSU-Agenten innerhalb der AfD. Denn die überwältigende Summe der Unterstützungsunterschriften innerhalb von nur 10 Tagen mit über 7000 Zustimmungen zur Bundestagswahl zeigt deutlich, dass die AfD in Bayern eine breite Wählerbasis hat, und diese nicht ins bayerische Parlament tragen kann!

Nun, diese historische Chance ist vertan, die CSU hat ihr Ziel erreicht, denn die Freien Wähler als Alternative sind zu unbedeutend.

Die AfD wird, so meine persönliche Prognose, bei den Bundestagswahlen am 22. September 2013 nicht den erwarteten Erfolg bundesweit an Wählerzustimmung erhalten, weil der Bürger Wähler nur in den größeren Städten über die AfD informiert wird, im Hinterland die Partei nicht zur Geltung kommt! Große und starke Redner sind nicht erwünscht, Parteimitglieder sind argumentativ nicht vorbereitet, alleinig die 'Sprecher' der Partei nehmen in Anspruch die AfD medial zu vertreten.

Dieser Weg und dieser alleinige Anspruch führt zum Scheitern.

Es wäre eine historische Chance für den Bürger vertan, wenn diese Bewegung am 22.09. scheitert, und erfolgreich durch ignorierte Störer in den eigenen Reihen durch andere Parteien kolportiert in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
Ein klassisches Beispiel dieser Vorgehensweise sind die Piraten.
Und für die CSU-nahen PR-ManagerInnen wird es dann neue Aufträge geben um erneute Bürgerbewegungen zu verhindern!

AfD hört die Signale, die Erfahrung 'Wir sind das Volk' darf durch Ignoranz und Tatenlosigkeit nicht scheitern.
Die Geschichte bietet nicht oft eine historische Chance!