Deutsche Sachwert Emissionshaus wohl nur am Rande zu S&K-Ermittlungen betroffen?

Daniel Fritsch, damals noch fest im Sessel - im Büro bei Dorothee Schöneich (Finanzwelt)Regensburg – Offensichtlich droht die gerade versinkende S&K-Immobiliengruppe auch das Kapitalmarkt-Hochglanzprodukt “Finanzwelt” mit in den Abgrund zu reißen. So wird dem in Wiesbaden ansässigen “Anlegermagazin”, das faktisch aber nur von Vertrieben gelesen wird, vorgeworfen recht hohe regelmäßige Zahlungen von der S&K-Gruppe erhalten zu haben. Noch wenige Tage vor dem Zugriff durch die Frankfurter Staatsanwaltschaft hätte Dorothee Schöneich, Herausgeberin der “Finanzwelt” noch “Beratungszahlungen” durch das Schäfer-Köller-Scheinimperium eingestrichen, so berichtet auch das Handelsblatt.

Wenige Stunden, nachdem das Handelsblatt Einzelheiten der Beziehungen von Dorothee Schöneich zu S&K veröffentlichte, trat Schöneich von ihrer Funktion als Herausgeberin zurück. „Unsere Mandantin Frau Dorothee Schöneich weist Spekulationen zurück, sie habe zugunsten der S&K-Unternehmensgruppe Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung des Magazins „Finanzwelt“ genommen oder das Gebot der Trennung von Werbung und redaktioneller Berichterstattung missachtet“, schreibt Schöneichs Rechtsanwalt Philipp von Mettenheim von der Kanzlei OMG Rechtsanwälte. „Im Interesse des Vertrauens in das Magazin ,Finanzwelt’ tritt unsere Mandantin mit sofortiger Wirkung bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe als dessen Herausgeberin zurück und bereitet ihre Abberufung als Geschäftsführerin vor.

Dabei gab es auf “Finanzwelt” so schöne Fotos mit Stephan Schäfer, Jonas Köller und Fußballkaiser Franz Beckenbauer zu sehen. Man war gefühlt in der großen Welt angekommen, atmete man doch zumindest zeitweise die gleiche Luft wie der “Kaiser”. Und Dorothee Schöneich und die “Finanzwelt” waren immer dabei. Das Engagement der S&K-Gruppe als “Hauptsponsor” des Finanzwelt-Golf-Turniers soll den Gegenwert eines Oberklasse-Sportwagens gekostet haben. ”Tatsächlich wurde “Finanzwelt” ugs. in Branchenkreisen zuletzt nur noch als “S&K-Magazin” tituliert.

Dieser umgangssprachliche Terminus war sicher auch despektierlich gemeint, denn zu offensichtlich war das Engagement von Dorothee Schöneich für Stephan Schäfer und Jonas Köller.Trotzdem wird unserer Auffassung nach die tatsächliche Wirkung der “Finanzwelt” überschätzt. So ist es gar nicht möglich, über schönfärberische Berichte zu Kapitalanlagen potenzielle Anleger zu verführen, da in Wirklichkeit die Reichweite der “Finanzwelt” bestenfalls in die Vorzimmer von zum Teil skurrilen Graumarkt-Finanzdienstleistern reicht.

Dort sitzen aber nur Vertriebler, keine möglichen Anleger, und warten auf Audienz bei Vorständen/Geschäftsführern.Gerüchten zufolge hatte man zuletzt auch im S&K-Management erkannt, dass die “Wirkung” der “Finanzwelt” überschätzt wurde. Ohne den laufenden Ermittlungen vorgreifen zu wollen, können wir aber nicht erkennen wie Frau Dorothee Schöneich schönfärberisch zur Verführung von Kapitalanlegern wirkungsvoll zugetan haben soll.

Hier sollte man die Kirche im Dorf belassen. Der Reputationsschaden für Frau Schöneich, künftig immer wieder auf ihr S&K-Abenteuer angesprochen zu werden, trifft die Wiesbadener Geschäftsfrau schon hart genug.

Gute und freundschaftliche Kontakte zu Dorothee Schöneich pflegte auch Daniel Fritsch, der vor eineinhalb Jahren zur S&K-Immobiliengruppe hinzustieß und Kopf der bayerischen Deutsche Sachwert Emissionshaus/ Asset Trust-Gruppe ist. Wir spekulierten schon darüber, ob aus der schillernden S&K bald eine SK&F würde, da Daniel Fritsch recht erfolgreich im Vertrieb sein ganzen Können bewies und für S&K unabdingbar wichtig wurde. Heute dürfte es Daniel Fritsch bedauern, nicht frühzeitig eine höhere Brandmauer zwischen seinen Unternehmungen und der Frankfurter S&K um Stephan Schäfer und Jonas Köller aufgebaut zu haben. Und trotzdem gibt es für Daniel Fritsch und die Anleger der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG die berechtigte Hoffnung im Strudel der Ermittlungen gegen S&K nicht in tiefe Mitleidenschaft gezogen zu werden. Bislang liegt der Fokus der Staatsanwaltschaft wohl bei S&K und United Investors.