SAM AG/Bestlife - zuviel Vertrauen in Florian Fritsch?

Regensburg - Das Drama um die Unternehmensgruppe SAM AG/Bestlife findet kein Ende. Sah es noch auf den ersten Blick so aus, als trügen Dieter Kaufmann, Michael Hollenbach und Michael Oberle die Hauptverantwortung für die Schieflage, so ergibt sich nach längeren Recherchen ein differenzierteres Bild. Juristische Fehlberatungen, mangelnde Investment-Kontrolle, aber vor allem undurchsichtige Geschäfte innerhalb des Konglomerats Florian Fritsch/Wolfgang Hageleit/Fröschl Geothermie waren der eigentliche Sprengsatz für das Anleger-Drama.

Unbestritten ist aber vor allem, dass es zuviele "Entscheider" innerhalb des Wirtschaftskreislaufes SAM AG/Bestlife/FG.de gab. Es trugen so viele ambitionierte "Manager" Verantwortung für die eingesammelten Anlegergelder, dass eine tatsächliche Mittelverwendungskontrolle versagte.

Eingeschritten ist die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FinMa) aufgrund von juristischen Spielregelverletzungen nach schweizerischem Recht. Bis dahin kann man eine starke Mitschuld der juristischen Berater vermuten. Doch richtig erschütternd wirkte sich erstder ungeschminkte Blick auf die Investitionen in die Visionen des Florian Fritsch aus. Satte Millionenbeträge wurden aus der SAM AG gutgläubig in die Fröschl Geothermie und andere Ableger investiert. Allein schon der Name "Fröschl" war offenbar eine bewusste Täuschung, um Kompetenz innerhalb diverser Florian Fritsch Gesellschaften vorzugaukeln, die nach Angaben von Wilfried Fröschl, des früheren Schwiegervaters von Florian Fritsch, so nie bei seinem Schwiegersohn a.D. bestanden.

Gesichert ist die Erkenntnis, dass die Anlegergelder zuerst auf die Bestlife nach München flossen, von dort in die SAM AG vertragsgemäß weiterwechselten und danach zum Großteil in die Unternehmen des Florian Fritsch flossen. Liegen dort noch Geld oder Werte? Nahe Beobachter der Regensburger Szene befürchten einen enormen Kapitaladerlass, aufgrund betriebswirtschaftlicher Indifferenzen im Fritsch/Hageleit-Imperium. Gesichert ist, dass Wolfgang Hageleit und Florian Fritsch auch eine Auto-Rennsportkarriere anstrebten. Daraus wurde trotz erheblicher Investitionen offensichtlich nichts. Bei Rennen fuhr man regelmäßig der Konkurrenz hinterher. Haben Florian  Fritsch und Wolfgang Hageleit die Kompetenz für komplexe Investitionen in erneuerbare Energien? Zweifel sind berechtigt. Das frühere Management der SAM AG unterstellt dem Geschäftsmann Florian Fritsch zumindest seiner "Sorgfaltspflicht" nie vertragskonform nachgekommen zu sein. Viel Geld wurde offenbar aus den diversen Firmen gezogen, obwohl doch eigentlich alle Investitionen mit dem Geschäftspartner SAM AG hätten abgesprochen werden müssen.

Gerüchten zufolge soll der Kaufmann Florian Fritsch technische Patente im Wert von 200.000 Euro auf dem Markt erkauft haben, an denen er dann für 15 Millionen Euro die SAM AG  teilhaben ließ. Nun, die Investitionskontrolle oblag dem SAM AG-Vorstand Frank Schönke. Doch der ausgebildete Steuerberater wollte oder konnte die Visionen des Florian Fritsch nicht richtig hinterfragen. Zudem stand ja der Geschäftspartner Florian Fritsch persönlich sehr gut mit Dieter Kaufmann und Michael Hollenbach, ehemaligen Kollegen von der Südfinanz. Wie auch immer: Der Schlüssel zum Drama liegt in Regensburg!