Meistert Cengiz Ehliz das Projekt "FlexKom"?

Cengiz Ehliz von FlexKomBamberg – Der Bad Tölzer Unternehmer Cengiz Ehliz hat mit seinem Bonuskartensystem FlexKom innerhalb kürzester Zeit mehr als 1,6 Millionen Kunden aufgebaut – in der Türkei. Nun will Cengiz Ehliz diesen Erfolg auf dem europäischen Markt noch übertreffen. FlexKom war vor 18 Monaten “aus dem Nichts heraus” gestartet und hat nun eigenen Angaben zufolge aktuell 41.000 Vertriebspartner. Das ist eine beachtliche Zahl. Wir wollten wissen, welche Ziele Cengiz Ehliz für das Geschäftsjahr 2013 hat.

Redaktion: Herr Ehliz, Sie haben mit Gründung der FlexKom Europe GmbH zuletzt ganz schön expandiert. Verraten Sie uns, was Ihre Ziele sind mit der FlexKom AG?

Cengiz Ehliz: Gerne! Ab 2016 wollen wir mit FlexKom in 40 Ländern aktiv sein. Je 5.000 Vertriebspartnern sollen 200 Millionen Kunden aufbauen und jährlich einen einen Umsatz von 120 Milliarden Euro erwirtschaften.

Redaktion: Ein großes Ziel – aber sind Kundenkarten nicht von gestern?

Cengiz Ehliz: Stimmt, die Zeiten von Kundenkarten sind bald vorbei. Daher bauen wir derzeit ein Mobile Commerce-Systems mittels einer FlexKom-App auf. Kunden haben oft ja auch mehr als eine Karte. Das Handy zu benutzen ist einfach viel praktischer. Wir haben unser eigenes POS-System aufgebaut und in der Türkei technisch perfektioniert. Das System ist die Basis für die FlexKom-App, die in etwa sechs Monaten die FlexCards ersetzen wird. Natürlich können Kunden auch weiterhin die Karte benutzen.

Redaktion: Wieso eigentlich ausgerechnet die Türkei? Sie kommen doch ursprünglich aus Bad Tölz?

Cengiz Ehliz: Wir haben uns sehr bewusst für den Markteinstieg in der Türkei entschieden. Bei der Entwicklung unseres POS-Systems war uns klar, dass es zu Beginn kleinere Fehler und Kinderkrankheiten haben würde. Die Menschen in der Türkei bei sowas viel gelassener als wir Deutschen. Also haben wir FlexKom auf dort technisch ausreifen lassen. Wir haben jetzt ein 100 Prozent funktionstüchtiges System für alle unsere weltweiten Aktivitäten.

Redaktion: Sie sind ja viel unterwegs, um den Europaausbau voranzutreiben, sogar Hong Kong ist angedacht. Vermisst man da die Heimat nicht?

Cengiz Ehliz: Auf jeden Fall. Die letzten zwei Jahre war ich in der Türkei und habe insbesondere den Vertrieb und die notwendigen IT-Systeme entwickelt. Zudem konnten wir seit dem Start von FlexKom im türkischen Markt innerhalb von vier Monaten drei Millionen Kunden aufbauen. Mit Gründung der der FlexKom Europe GmbH mit Sitz in Holzgerlingen bei Stuttgart ist auch die Europaexpansion auf die Schiene gesetzt und nimmt Fahrt auf. Daher bin ich jetzt endlich wieder in Deutschland und das freut mich sehr.

Redaktion: Wieso denn „endlich“?

Cengiz Ehliz: Weil ich die bayerische Küche einfach sosehr vermisst habe in der Türkei. Hirschgulasch, oder Knödel, das gibt’s da einfach nicht. Meine Mutter hat bei uns zu Hause früher immer zünftig bayerisch gekocht.

Redaktion: Man kann Sie also als Oberbayer mit türkischem Namen bezeichnen?

Cengiz Ehliz: (lacht) So ist es ja auch. Ich bin hier in Oberbayern aufgewachsen, bin hier zur Schule gegangen und habe dann hier auch meine Ausbildung zum Regeltechniker gemacht. In der Türkei bin ich selber ein Ausländer. Oft versteht man mich auch nicht – angeblich habe ich einen bayerischen Akzent im Türkischen.

Redaktion: Wie ist Ihre Familie denn ausgerechnet im beschaulichen Bad Tölz gelandet?

Cengiz Ehliz: Mein Vater hat damals in einer Istanbuler Schneiderei gearbeitet. Als Anfang der 60er Jahre viele Gastarbeiter in Deutschland gebraucht wurden, hat mein Vater hat die Chance genutzt. Er fand Bayern mit seinen Bergen, der frischen Luft und der schönen Natur schön und wollte gerne da hin. 1962 ist er mit meiner Mutter dann nach Bad Tölz gezogen. Wir Kinder sind daher auch alle urbayerisch geprägt.

Redaktion: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit…

Cengiz Ehliz: Genau, und das war auch etwa in meiner Ausbildung so. Ich habe das Handwerk des Regeltechnikers „schee gelernt“. Die Türken und Südeuropäer sind in der Regel viel emotionaler und begeisterungsfähiger. Und genau diese Verbindung, Begeisterungsfähigkeit mit Emotionalität und Zuverlässigkeit, ist eine explosive Mischung, die für den Vertrieb und für FlexKom immens wichtig ist.

Redaktion: Herr Ehliz, vielen Dank für das Gespräch!