Strasser Capital wirbt um Vertriebe der SAM AG

München - Konstantin Strasser war dereinst erfolgreicher Pionier mit Solarparks. Eigentümer des Solar-Emissionshauses Strasser Capital ist seine Ehefrau Thi Loan Strasser, mit der Konstantin Strasser und den gemeinsamen drei Kindern im heimischen Aschheim wohnt.

Nachdem die Solarsubventionen generell in die Diskussion geraten sind, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) schlug gerade erst die Deckelung der Einspeisevergütungen aus dem EEG vor, versucht Konstantin Strasser nun andere Geschäftsfelder für sich zu entdecken. Zuletzt war ja auch neben der Vision Solarstrom die betriebswirtschaftliche Komponente bei den Investitionen der Strasser Capital wohl nicht immer erfolgreich durchdacht worden. Gemäß der letzten veröffentlichten Bilanz für das Geschäftsjahr 2010 weist Strasser Capital einen Bilanzverlust von gerundeten 1,4 Millionen EURO aus. So soll ein Quereinstieg ins Investitionsthema Tiefengeothermie für neuen Elan im Unternehmen sorgen.

Konstantin Strasser war ja schon Investitionspartner der Münchener Unternehmung Leo One, die später in Thormann Capital umbenannt wurde. Schon damals kursierten am Markt Gerüchte, Konstantin Strasser wolle sich an der Weiterführung besonders lukrativer Geothermie-Projekte der durch die schweizerische Finanzmarktaufsicht FinMA gesperrten SAM AG, Kanton Nidwalden, beteiligen. Nun, bei Thormann Capital wurde (vorerst) nicht viel daraus. Jetzt soll woll über einen kolportiert guten Draht zum vormaligen SAM AG-Vordenker Dieter Kaufmann ein erneutes Engagement von Konstantin Strasser zur Rettung der etwa 4000 SAM-AG-Anleger gewagt werden.

Wir finden es erst mal gut, wenn sich ein am SAM AG-Debakel unbeteiligter Geschäftsmann wie Konstantin Strasser nun bei einem Rettungsangebot für die SAM AG-Geschädigten einbringen möchte. Natürlich steht der Verdacht im Raum, es ginge Strasser vielmehr um die effektiven Vertriebe der SAM AG-Tochter Bestlife Select AG, die er sicher schlussendlich für seine eigenen  Unternehmungen gewinnen möchte. Doch das Ziel ist legitim! Und auch die Aufgabenstellung zur Rettung des Erdwärmekraftwerks in Kirchweidach (Partner ist die FG.de-Gruppe um Florian Fritsch) in Bayern wäre gewaltig: Geschätzte 50 bis 55 Millionen EURO an frischem Kapital wären nötig, um die Wärme- und Stromgewinnung durch das Projekt Kirchweidach doch noch ans Netz zu bekommen. Viele Altvermittler der Bestlife Select fürchten Schadenersatzklagen durch die geprellten Anleger. Ein Rettungsweg mit Konstantin Strasser könnte neue Hoffnung verschaffen.